Foreigners
Canterbury, Freitag, 10.07.2009 - 09:45 BST
Self-Service B&B ist mal ganz was neues. Ein Zimmer, das stark an ein Kinderzimmer ohne Spielzeug erinnert, Frühstück im Kühlschrank zum selber machen, und einmal mehr English Hightech in Form von seltsam schwierig zu bedienenden Klospühlungen. Geführt wurde das ganze von Andrew, der es mit Gästeerfassung nicht so genau nahm, und dem BT die Telefonleitung abgedreht hatte, weil er offenbar die Telefonrechnung nicht bezahlt hatte (An dieser Stelle auch danke an den netten Nachbarn, der mal seinen WLAN-Router ordentlich einstellen sollte). Aber trotzdem eine erholsame Nacht, hatten wir doch direkt erst mal verschlafen.
Ipswitch hatten wir ja gestern bereits besichtigt (beschränkt auf den Retailpark mit Kino, zugegeben), also machten wir uns auf den Weg zum nächsten Castle: Rochester Castle. Unterwegs auf der Schnellstrasse trafen wir noch auf ein Auto besetzt mit vier englischen Jugendlichen, mit denen wir diverse metallische Handzeichen austauschten. Sie machten an der selben Tankstelle Rast wie wir und beglückwünschten uns ausgiebig zu unserer geektour.
Die mitten in der Altstadt gelegene Ruine der Burg ist wand-technisch sehr gut erhalten. Leider wurde sie gerade von gefühlten 20 Schulklassen im Alter von 10 bis 15 okkupiert.
Da wir auf dem Irrweg der Parkplatzsuche einen riesigen Second-Hand Bookstore gesehen hatten, machten wir uns alsbald auf die Socken, diesen zu Fuss wiederzufinden.
Nachdem wir unsere Beute im Auto verstaut hatten, ging es weiter zum nahegelegenen Upnor Castle, einer tudorschen Seebefestigung, die den Fluß Medway schützen sollte. Als die Holländer angriffen, versagte sie jedoch kläglich. Und zu sehen gab's da auch nicht viel, kostete doch die Audiotour ein Pfund, das wir uns dann doch nicht leisten wollten.
Weiter im Text. Fahren bis nach Canterbury, nächtigen und danach so langsam Richtung Dover.
Ausnahmsweise mal richtig einfach. In Canterbury sagte uns bereits das erste B&B zu, da uns die nette Dame sogar noch mit dem Preis entgegen kam. Wir bekamen Raum 12 von 15. Draussen stand ein weiteres deutsches Auto.
Pubfood war angesagt. Auf in die Stadt. Dort fanden wir das Rose and Nochirgendwas, das heute ein Pubquiz hatte. Gut, dann mal rein. Drinnen trafen wir auf Charlie, ein Amerikaner der in Lettland lebt und gerade hier ist, weil er ein Vorstellungsgespräch am hiesigen College hat. Man kam ins Gespräch und fand sich plötzlich am selben Tisch essend wieder. Auf dem Speiseplan stand karibisches Essen, da in dem sehr traditionell wirkenden Pub offenbar ein karibisches Restaurant angesiedelt war. Die verpeile Bedienung gab ihr Bestes, zur allgemeinen Verwirrung beizutragen.
Am Pubquiz nahmen wir als Foreigners teil. Ein guter Name, eigentlich, wurde doch den anderen Teams direkt mitgeteilt, dass wir bei den meisten, leider lokalen Fragen, absolut keinen Schimmer hatten.
Das Quiz hatte sechs Runden. Die erste war ein Bilderraten. Da wussten wir eins von zehn, nämlich den Herrn Frodo. Danach kam current affairs, die wohl normalste Kategorie. Hier wussten wir drei, was uns insgesamt vier Punkte einbrachte. Im Top Five gab es zwei Fragen mit jeweils fünf Antworten, die in der richtigen Reihenfolge gegeben werden mussten. Beide Fragen waren sehr lokal, britisches Fernsehen und so. Einer von zehn Punkten, macht insgesamt fünf.
Trivia Trail. Triviales Wissen, aber jede Antwort beginnt mit dem letzten Buchstaben der vorherigen Antwort. Obwohl Charlie Musik unterrichtet, war er mit den komischen 60er-Jahre-Fragen überfordert. Film und TV war's dann auch nicht so. Immerhin hatten wir wieder vier richtig, was uns ingesamt auf neun brachte.
In Runde fünf, Connections, gab es vier Fragen, die wir allesammt einfach mal gar nicht beantworten konnten. Die fünfte Frage war die Verbindung der ersten vier Antworten. Fail, sozusagen. Immer noch neun.
Zu guter letzt Wipe out. Beantworte alle Fragen richtig, und du bekommst fünf Bonuspunkte. Mach eine falsch, und du kriegst gar keine Punkte für die Runde. Wenn man welche frei lässt, zählen sie als null, aber es gibt keinen Bonus mehr. Vier von zehn richtig. Yay. Mit insgesamt 13 Punkten waren wir... letzter! Aber s war trotzdem lustig, zumal man nicht jeden Tag einen lettischen Amerikaner in einem englischen Pub mit karibischer Küche zum Quiz trifft.
Hier noch eine Frage, die wir beantworten konnten:
Which country bet England in the under 21 football championship? Na? Richtig, Deutschland!



