Two Caravans?
Somewhere in the English Channel, Samstag, 11.07.2009 - 12:23 BST
Alles begann, wie immer, mit dem Frühstück. Heute im vier-Sterne B&B in Canterbury. Am Tisch neben uns: Deutsche. Sehr zu unserer Belustigung Deutsche von der schlimmsten Sorte. Sie mussten sich über alles beschweren, bestellten das falsche Frühstück, und, was uns doch sehr erheiterte, versuchten 1:4 Squash (sowas wie Sirup) als puren Saft zu trinken.
Während wir unten in der Lounge die Webseite aktuallisierten, fragte uns Lisa, die Betreiberin besagten B&Bs, ob wir vielleicht ihre kleinen Hundebabies fotografieren wollten. 8 Wochen alte schwarze Pudel, die im Laufe ihres Lebens silber werden. Na klar, Puppies! Die sind süß und knuddelig und so, und beissen einem in die Finger.
Am heutigen letzten Tag wollten wir an der Küste Kents entlang drei Castles mitnehmen. Wir machten uns von Canterbury aus also auf den Weg nach Deal. Das ortsansässige Castle ist eine See- und Landbefestigung in Form der Tudor-Rose. Es wurde zum Schutz der Küste und des Handelsweges in Zeiten von Kanonen und Musketen errichtet und ist das besterhaltenste seiner Art. Auch die Audiotour war sehr atmosphärisch und informativ.
Walmer Castle & Gardens war leider wegen einer Hochzeit geschlossen. Also auf nach Dover. Zu aller erst mal in den Hafen, die Fähre buchen. Jetzt aber Norfolk Line.
Leider hatten die ziemlich miese Computerprobleme. Dumm gelaufen. Man riet uns, es doch übers Internet zu versuchen. Wir machten uns also auf den Weg in die Stadt und kehrten ein letztes Mal bei McDonald's ein, um das kostenlose Wifi auszunutzen.
Die Norfolk Line Webseite war down. Mist. Heute war wohl nicht unser Tag. Geschlossene Castles, kaputte Webseiten von Firmen die scheinbar unser Geld nicht wollen. Also wieder zurück in den Hafen. Der Besuch im Doverschen Castle schien zeitlich immer schwieriger zu werden.
Im Hafen hatte man, wohl in weiser Voraussicht, bereits auf manuellen Betrieb umgestellt und füllte pflichtbewust einen Zettel mit unseren Details aus. Hurra, wir hatten einen Fährenplatz nach Dunkirk gebucht.
Jetzt aber doch endlich in die Burg, die neben einer dicken Festung in der Mitte, die unter anderem auch schon im Film The Other Boleyn Girl zu sehen war, einen römischen Leuchtturm und diverse Tunnel in den weißen Klippen zu bieten hat, welche von napoleonischen Zeiten bis hin zum dritten Weltkrieg genutzt werden sollten. Dass Kreidefelsen nicht gegen radioaktive Strahlung hilft, ist den britischen Militärs aber erst vor kurzem aufgefallen, sagte Rebecca, unser Tourguide durch die Tunnelanlagen.
Besagte Tour begannen wir zu zweit. Doch noch während des einleitenden Films kamen zwei Jugendliche hinzu. Wie sich herausstellte, waren es rumänische Studenten, die über den Sommer zum Arbeiten nach England gekommen waren. Sie wohnen in Deal (!) auf einer Obstplantage in Wohnwagen und pflanzen Erdbeeren. Die Entlohnung ist dabei mehr als mager. „I'm disappointed. We've gone from bad to worse... I hope we find something better at the job agency.”
An dieser Stelle den beiden, sollten sie ihren Weg in der Zukunft hierher finden, alles Gute.
Die Nacht verbrachten wir einmal mehr in St. Mary's Bay, bei Jim dem Undertaker und seiner Frau. Die hatten einfach das beste Frühstück zu einem super Preis. Abendessen gab's im Pub, Burger und Brokkoli-Käse-Auflauf. Danach folgte eine längere Erzählung über das Erlebte.



