Irrhinfahrt
Rye, Sonntag, 28.06.2009 - 11:42 BST
Googles Wegbeschreibungen sind ja meistens recht präzise. Das dachte ich zumindest, bis ich nach Schessinghausen gefahren bin. Irgendwie... waren die Strassen nicht da, wo ich sie vermutete. Nunja, das hat man davon, wenn man sich auf einen Ausdruck verlässt, obwohl man zwei GPS-Geräte und einen Laptop dabei hat.
Trotzdem kam ich fast pünktlich bei Christopher an, sodass wir gegen halb 10 losfahren konnten. In die falsche Richtung. Offenbar ist die Google-Maschine nicht als einziger unfähig Karten zu lesen. Im zweiten Anlauf klappte das dann aber zum Glück doch noch. Einen unwesentlichen Umweg später waren wir also auf der B6 und unterwegs 'gen Holland. Irgendwo im Ruhrpot verfuhren wir uns dann aber gleich noch mal. Mit „Keep right” war scheinbar rechst raus und dann links gemeint. Da muss man auch erst mal drauf kommen. Flugs eine Schleife gefahren, denn zum Glück gabs da nur Autobahnen, und schon gings weiter.
Die erste, unspektakuläre Rast legten wir in den Niederlanden ein. Inzwischen hatte sich auch das Wetter zu unseren Gunsten gebessert. Weniger Wolken, dafür aber schwül und warm. Wie ihr euch sicher erinnern könnt, ist Antwerpen der gefürchtetste Autobahnknoten in der Geschichte von Geektour. Ab heute gibt es einen würdigen Nachfolger: Eindhoven. Die bauen da scheinbar grade einen neuen Autobahnknoten mitten in ihre Innenstadt. Halbfertige, kilometerhohe Brücken, jede Menge Ausfahrten, viel zu kurze Entfernungen zwischen Ein- und Ausfahrten und der totale Schilderwald. Wir mussten dreimal im Kreis fahren, bis wir endlich die richtige Strasse erwischt hatten. Und das schon in Holland.
In Antwerpen dagegen lief alles glatt. Christopher fuhr ohne nennenswerte Probleme (ok, die Belgier fahren wirklich dicht auf *fluch*) souverän durch den den Brückenjungel.
Belgien scheint im übrigen ein unheimlich guter Markt für Reifenhändler zu sein. Hier liegen dermassen viele geplatze Schlappen rum, das ist schon nicht mehr feierlich. Der Randstreifen sieht aus wie ein Reifenfriedhof. Entweder die Belgier können alle nicht richtig Auto fahren, oder die Strassen sind zur Konjunkturankurbelung mit Absicht so schlecht, dass die Bürger öfter neue Reifen im Internet bestellen müssen.
Leider waren wir für die Fähre aus Dunkirk zu spät dran (dank etwaiger Umwege...), also mussten wir nach Calais weiterfahren. Und wenn die Autobahn dann noch an jeder Ecke von fünf Motoradpolizisten und einem ganzen Bus voll noch mehr Polizei bewacht wird, dann fühlt man sich gleich richtig sicher im schönen Frankreich.
Endlich auf dem Schiff angekommen (P&O ist nach wie vor teuer, aber wir sind ja quasi selbst Schuld), mussten wir natürlich als erstes den Dance Dance Revolution-Automat suchen. Wer hätt's gedacht, es gab tatsächlich einen. Direkt mal das erste Pfund verhüpft.
Auf der Insel angekommen, fuhren wir Richtung Westen und landeten auf dem Parkplatz eines Sainsbury's, wo wir auf Grund von Anti-Drogen-Gesetzen in Niedersachen nicht mehr erhältliche Red Bull Cola erstanden. Yeah.
Ein paar Dörfer weiter, in St. Marys Bay, fanden wir ein nettes Bed and Breakfast und liessen den Abend im dank einer 18.-Geburtstags-Feier etwas zu lauten lokalen Pub ausklingen.



