Starte jeden Tag mit einem Lächeln... und brich schnell
Leominster, Samstag, 04.07.2009 - 09:50 BST
Nach unserer Alptraumfahrt, die uns nach fast vierstündiger Suche dann doch zu einem akzeptablen B&B führte, verlief das Aufstehen am heutigen Tage eher schleppend. Dies lag zum einem an der Erschöpfung, hervorgerufen durch die Irrfahrt durch Somerset & Co., aber auch an den völlig durchgelegenen Betten des B&B-Zimmers, wofür wir übrigens zusammen 60 GBP hinblättern mussten...
Auch das Frühstück war eher ernüchternd - ok, wir haben auf unserer Bestellkarte so ziemlich alles angekreuzt, was sich der Frühstücker in England erträumen kann, allerdings wurde uns dann anstatt des gewünschten sechsgeteilten ein dreigeteilter Teller aufgetischt. Naja, immerhin gab es wieder Presscerealienschleim... für aufs Toast gab es jedoch neben den üblichen Verdächtigen (Marmelade und Butter) noch ein sirupähnliches, fädenziehendes, zähes ... Etwas, das laut Packung eine Art Hefeextrakt sein sollte. Naja, auf jeden Fall hatten wir nach dem Verzehr eines halben 3-ml-Topfes eine gefühlte 200-prozentige Dosis Salz zu uns genommen. Jetzt ist auch der Hintergrund klar warum die Engländer ihr Frühstück wörtlich mit „Brich-schnell” übersetzen.
Gestärkt für die Fortsetzung der Reise in Richtung Wales nahmen wir unterwegs einige Burgen bzw. Burgruinen mit, wie z.B. Farleigh Hungerford Castle oder das gut erhaltene Goodrich Castle, das man fast vollständig begehen kann.
Nach zahlreichen zurückgelegten Meilen, u.a. im nichtenglischsprachigen Teil der Insel, kehrten wir in Leominster ein, wo wir ein nettes B&B ausfindig machen konnten. Wie es der Zufall so wollte - der Englandreisengott muss uns heute zur Abwechslung mal richtig gut gesonnen sein - erwischten wir eine Familie, die des Deutschen durchaus mächtig war, hatte die Hostesse doch Deutsch studiert. Ihr very British anmutende Ehegatte Chris rundete das Bild der ländlichen Oberschicht ab. Man gab uns den einen oder anderen Rat und erklärte uns ausgiebig die Ortschafft. Abgerundet wurde das Gespräch mit einem wilden Austausch über deutsche und englische Grammatik, Bücher und andere Dinge von kulturellem Wert. Im übrigen hat der Cousin von Hugh Laurie ein paar Meilen von hier eine Farm.
Auf Rat von Chris hin zog es uns zunächst zur Bank, an dessen Geldautomaten uns eine seltsame wie lustige Begegnung widerfuhr: ein älterer Herr, nennen wir ihn der Einfachheit halber einfach Mal Joe, der auf die Freigabe der Geldmaschine durch den verpeilten Touristen wartete, sprach uns an. „Hey, I've got the same camera!” Schon entstand ein Gespräch: Ja, wir machen einen Road Trip. Aus Deutschland. Mit dem Auto, genau. Den ganzen weiten Weg. Interesse an unserm Blog? Hier, bitte, unsere Karte.
„You're into gaming, aren't you?” Ha! Der erste der uns nicht auf den Tippfehler hinweist. Respekt, lieber Joe. In all dem Uebermut vergass er dann aber sein Cash im Geldautomaten, sodass wir laut rufend hinter ihm herrennen mussten, um ihn zurückzuholen. Ganz schön viel los in so einer Kleinstadt.
Auf dem Weg zurück ging es noch zum Black Horse, einem lokalen Pub. Dort wurde gegrillt, was wir natürlich mitnahmen. Burger und Backkartoffel mit Salat und hausgemachtem Honeymustard. Pub grub, wir Chris es nannte. Yummy.



